Int. Grauburgunder-Preis 2016

Quelle: Badische Zeitung vom 24. Juni 2016

Das sind die Gewinner des Grauburgunderpreises 2016

10 der 33 besten Weine des Internationalen Grauburgunderpreises 2016 kommen aus der Region. Die Winzergenossenschaft Oberrotweil schaffte es gleich vier Mal unter die Top Ten.
Insgesamt wurden in diesem Jahr 501 Grauburgunder von 263 Betrieben für den Wettbewerb angemeldet. Foto: dpa


Die Weinbaubetriebe des Kaiserstuhls haben beim Internationalen Grauburgunderpreis 2016 gut abgeschnitten. Von den 33 besten Weinen der Verkostung kamen zehn aus der Region. Die Winzergenossenschaft Oberrotweil schaffte es gleich vier Mal unter die Top Ten. Sehr stark präsentierten sich die Betriebe aus Rheinhessen: Sie gewannen drei von vier Kategorien.

Premiere bei der Preisverleihung
Erstmals war die Preisverleihung öffentlich. Am Freitagabend bekamen die Sieger und die Bestplatzierten der vier Kategorien im Staatsweingut auf dem Ihringer Blankenhornsberg Pokale und Urkunden überreicht. Danach hatten Weinfreunde und solche, die es noch werden wollen, die Gelegenheit, die 33 besten Tropfen der Verkostung zu probieren.

Insgesamt wurden in diesem Jahr 501 Grauburgunder von 263 Betrieben für den Wettbewerb angemeldet. Das waren noch einmal fast 20 Weine mehr als im Vorjahr. 479 Tropfen (96 Prozent) stammen aus den deutschen Weinbaugebieten Franken, Hessische Bergstraße, Mosel, Nahe, Pfalz, Rheingau, Rheinhessen, Württemberg und natürlich Baden (295 Weine). Aus Frankreich, Italien und der Schweiz wurden 22 Weine angestellt.

68 Juroren gaben ihr Urteil ab
Die Grauburgunder wurden nach Angaben von Hilmar Czwartek, der zusammen mit dem Badischen Weinbauverband die fachliche Organisation des Wettbewerbs übernahm, von insgesamt 68 Juroren unter die Lupe genommen. Zunächst gab es eine sogenannte Qualifizierungsprobe, nach der noch 150 der 501 Weine – dies entspricht 30 Prozent – für die Finalprobe übrig blieben. Im Finale gab es wiederum zwei Durchgänge. Zuletzt wurden die besten 35 Tropfen von allen 20 Juroren noch einmal nach dem international üblichen 100 Punkte-Schema bewertet. Die Verkostung erfolgte "blind", das heißt, die Jurymitglieder wussten weder den Erzeuger noch das Anbaugebiet, sondern lediglich den Jahrgang der Weine. Die Jury setzte sich aus renommierten Weinsachverständigen, Sommeliers, Kellermeistern und Journalisten zusammen, darunter auch die bekannte Weinexpertin Natalie Lumpp.

Offizielle Anerkennung
Neu ist in diesem Jahr, dass der Grauburgunder-Wettbewerb vom Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Stuttgart erstmals als "Grauburgunderpreis" offiziell anerkannt wurde. Die Siegerweine dürfen deshalb jetzt mit dem neuen Gütezeichen "Grauburgunder-Preis" ausgestattet werden.

Der beste Wein des Wettbewerbs war nach Ansicht der Jury die 2011er Ruländer Beerenauslese der Winzergenossenschaft Oberbergen mit 95,35 Punkten. Doch auch der Siegerwein der Kategorie drei, eine 2015er Grauburgunder Reserve des Weinguts Manz aus Weinolsheim in Rheinhessen, wurde mit 92,25 Punkten sehr hoch bewertet. Auf den vorderen Rängen ging es oft sehr knapp zu. Der Abstand lag hier meist nur bei wenigen Zehntelpunkten.

Kategorie 1: Leichte Grauburgunder
Die erste Kategorie (fruchtige, trockene, eher leichte Grauburgunder unter 13 Prozent Alkohol und ohne Holznote, 163 Weine) gewann das Weingut Müsel aus Rheinhessen vor der Winzergenossenschaft Oberrotweil und der Winzergenossenschaft Waldulm aus der Ortenau. Unter die ersten zehn Betriebe kamen außerdem (Auflistung in alphabetischer Reihenfolge) die Weingüter Düringer (Ihringen), Heußler (Rhodt), Michel (Dittelsheim-Heßloch), Leonhardt (Billigheim-Ingenheim), Gunter und Uwe Weinmann (Wörrstadt), Zähringer (Heitersheim) und die Oberkircher Winzer.

Kategorie 2: Der eher füllige Typ
In der zweiten Kategorie (trockene Grauburgunder ohne merkbaren Holzeinfluss über 13 Volumenprozent Alkohol, 194 Weine) siegte das Weingut Manz aus Weinolsheim in Rheinhessen vor dem Staatsweingut Meersburg am Bodensee und dem Weingut Aufricht aus Stetten, ebenfalls am Bodensee. Eine Top-Ten-Urkunde erhielten hier die Bergsträßer Winzer aus Heppenheim, die Wachtenburger Winzer aus Wachenheim sowie die Weingüter Bimmerle (Renchen-Erlach), Huck-Wagner (Efringen-Kirchen), Kern (Böchingen), Mößner-Burtsche (Köndringen) und Wirsching (Iphofen).

Kategorie 3: Die Premiumklasse
Zur Kategorie 3 zählen die Spitzen-Grauburgunder der Betriebe, mit oder ohne Reife im Holz- oder Barriquefass. Hier wurden 113 Weine angestellt. Das Weingut Manz aus Weinolsheim in Rheinhessen brachte das Kunststück fertig, nach der Kategorie 2 auch die Kategorie 3 zu gewinnen.

In der zweiten Kategorie lag eine 2015er Alte Rebe des Betriebes vorne, in der dritten Kategorie eine 2015er Reserve. Das Weingut Manz wurde im Oktober 2015 auch von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) zum "Winzer des Jahres" gekürt. Auf Platz zwei in Kategorie 3 schaffte es das Weingut Waldkirch aus Rhodt in der Pfalz vor dem Weingut Köbelin aus Eichstetten. Unter den ersten Zehn landeten außerdem die Winzergenossenschaften Oberrotweil (2 Weine) und Königschaffhausen-Kiechlinsbergen sowie die Weingüter Lisa Bunn (Nierstein), Knab (Endingen), Schaffner (Bötzingen) und Villa Heynburg (Kappelrodeck).

Kategorie 4: Die Edelsüßen
31 edelsüße Ruländer- und Dessertweine wurden in der vierten Kategorie bewertet. Den Sieg sicherte sich hier die Winzergenossenschaft Oberbergen vor der Winzergenossenschaft Oberrotweil und dem Weingut Zehe-Clauß aus Mainz-Hechtsheim.

Die Preisverleihung
Die zehn Erstplatzierten der ersten drei Kategorien und die drei besten Betriebe der vierten Kategorie erhielten bei der Prämierungsfeier am Freitagabend auf dem Blankenhornsberg von der Badischen Weinkönigin Magdalena Malin und der Kaiserstühler Weinprinzessin Yasmin Isele eine Urkunde überreicht.

Der Journalist Rudolf Knoll unterstrich in einem Vortrag die Bedeutung des Grauburgunders als Leitwein für den Kaiserstuhl. Die Deutsche Weinkönigin Josefine Schlumberger sprach zum Thema Grauburgunder aus Sicht einer Weinhoheit. Michael Meier, Geschäftsführer der Naturgarten Kaiserstuhl GmbH, die den Wettbewerb mitveranstaltet hatte, blickte auf 2017 und kündigte an, dass es im nächsten Jahr wieder eine große Grauburgunderpräsentation im Konzerthaus in Freiburg geben wird.

Im Anschluss konnten die Besucher der öffentlichen Preisverleihung jeweils die zehn am höchsten bewerteten Weine der Kategorien eins bis drei und die drei besten Tropfen der Kategorie vier probieren und darüber direkt mit den Winzern diskutieren.

Die kulinarische Versorgung der Gäste übernahm das Gasthaus Sonne aus Wasenweiler. Für Musik sorgten das Quartett Kilchling und das Duo 2bax Blech & Blues.

Die Gewinner
Kategorie 1: 1. Weingut Müsel, Worms, Grauburgunder QbA; 2. WG Oberrotweil, Grauburgunder Käsleberg QbA; 3. WG Waldulm, Grauburgunder Kabinett

Kategorie 2: 1. Weingut Manz, Weinolsheim, Grauburgunder Alte Reben; 2. Staatsweingut Meersburg, Grauburgunder Rieschen QbA; 3. Weingut Aufricht, Stetten am Bodensee, Meersburger Sonnenufer QbA

Kategorie 3: 1. Weingut Manz, Weinolsheim, Grauburgunder Reserve; 2. Weingut Waldkirch, Rhodt, Grauburgunder QbA; 3. Weingut Köbelin, Eichstetten, Grauburgunder Spätlese

Kategorie 4: 1. WG Oberbergen, 2011er Bassgeige, Ruländer Beerenauslese; 2. WG Oberrotweil, Henkenberg Ruländer Trockenbeerenauslese; 3. Weingut Zehe-Clauß, Mainz-Hechtsheim, Laubenheimer Edelmann Beerenauslese
(Bei Weinen ohne Jahrgangsangabe gilt der Jahrgang 2015)


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